Klasse Grünfeld/Kunstakademie Düsseldorf

Die Klasse des international bekannten Bildhauers und Düsseldorfer Akademieprofessors Thomas Grünfeld zeigt eine Gemeinschaftsarbeit in der Orangerie Schloss Rheda.

Die Kunststudenten setzen sich mit dem Raum Orangerie und noch vielmehr mit dessen ursprünglicher Funktion auseinander. Als ehemaliges fürstliches Gewächshaus wird die Orangerie nun zur Fabrik umfunktioniert, in der Zitrusfrüchte "geboren", "aufgezogen" und "geschlachtet" werden. Die konzeptuelle Installation ist einerseits ein ironisches Statement zur ehemaligen Bedeutung des historischen Gebäudes, andererseits ist sie als kritisches Werk zu verstehen, welches die moderne industrielle Nahrungsmittelproduktion inklusive Marketing hinterfragt.

Die Ausstellung ist vom 12. November bis zum 11. Dezember zu sehen.
Öffnungszeiten: Mo-Do 15-17 Uhr, Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr

Parallel zeigen die Studenten der Klasse eigene Arbeiten in den Räumen der Werkstatt Bleichhäuschen.

Friederike Brandenburg, aus "Zurückgelassen"

Miriam Jonas, Detail aus Polka Popes

Aufgehoben

Arbeiten von Friederike Brandenburg und Miriam Jonas

Ausstellung vom 4. September 2011 bis zum 2. Oktober 2011

 

Wiedenbrücker Schule Museum

Hoetger-Gasse 1

33378 Rheda-Wiedenbrück

Telefon 05242 93010

Öffnungszeiten

Mi, Sa, So  15:00 bis 17:00 Uhr

 

Zum mittlerweile dritten Mal gastiert die Werkstatt Bleichhäuschen mit einer Ausstellung im Wiedenbrücker Schule Museum.

Gezeigt werden neuere Arbeiten von zwei jungen Künstlerinnen.

Die in Hamburg lebende Fotografin Friederike Brandenburg zeigt Arbeiten aus der Serie "Zurückgelassen", in der sie Vergessenes oder Entsorgtes aus der Zivilisation an sehr einsamen Orten aufnahm. 

Verfallende Hütten, LKW-Wracks, Flugzeugteile und andere Dinge, die Spuren von Technik und Fortschritt aufweisen – alles eingebettet in eine rohe Natur, die sich ihren Platz darüber zurückerobert, sind Gegenstand dieser Werkgruppe. Wie verstorbene Riesen ragen die Bildsujets aus der Landschaft und konfrontieren den Betrachter

direkt mit der Gewissheit, das letztlich alles irgendwann der Vergänglichkeit angehört.


www.sueddeutsche.de/kultur/foto-nachwuchs-talents-fraeulein-brandenburgs-gespuer-fuer-schrott-1.1191901

Die Bildhauerin Miriam Jonas, die in Münster und Berlin lebt, zeigt eine Objektarbeit, die während ihres Studienaufenthaltes in Barcelona entstanden ist.

Inspiriert von der katholischen Prägung am Ort hat Jonas 78 Papstbilder geformt und in die für Spanien typischen Sardinendosen platziert, welche nun die einzelnen Portraits rahmen. Die aus farbiger Knete modellierten Büsten nehmen den sonst sehr mahnenden und bisweilen pathosgeladenen Gesten der Figuren die Strenge und überführen sie in unsere durch Popkultur bestimmte Zeit.

 

 

 

hierophant - malerei von daniela schmitz

Ausstellung vom 13. Mai bis zum 3. Juli 2011 in den Räumen der Werkstatt Bleichhäuschen

Öffungszeiten: Mo-Fr 15-17 Uhr, So 14-17 Uhr

 

Eröffnung: Freitag, 13. Mai 2011 um 19 Uhr

 

 

 

"Im Malprozesses entfernen sich die Formen immer mehr von einer konkreten Wirklichkeit und gleichzeitig suche ich auf der Leinwand die Konzentration oder so etwas wie die Essenz der gesehenen oder gefühlten Situation. 

Die geht häufig zurück auf Teile einer Architektur: Ein Fenster, eine Hausecke, ein kaputtes Dach, ein Becken. Artefakte, ohne Menschen. Ich merke mir die Flächen, wie die Farben aufeinandertreffen und die Stimmung: Eine Frau, hinter dem Vorhang, die sorgfältig ihre Wäsche aufhängt. Ein Stück Kindertapete in einem leerstehenden Haus, ein Schatten auf einer sauberen Garage, ein LKW beim Verladen von heißem Teer. 

(...)

 

Beim Malen konzentriere ich mich auf die Tiefen, die Oberflächen, die Farben, die Richtungen, die Licht- und Schattenführung. Ich drehe, dehne, verzerre einzelne Formen. Nicht mehr der gesehene, erlebte Raum sondern der Bildraum ist jetzt entscheidend. Wie die Flächen zueinander treten. (...)

 

Das Anordnen meiner Bilder im Raum ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Ich reagiere auf Ecken, Vorsprünge, Fenster, Sockel, Türen, Tapeten etc. Der Raum, mit dem ich mich auf der Bildoberfläche auseinandersetzte, geht zurück in den realen Raum und verändert diesen. Diese Eingriffe in den Raum auf beiden Ebenen interessieren mich."

 

Daniela Schmitz, März 2011 

 

 

 

Ausstellung "Malen im Speck"/Orangerie

Ausstellung "Malen im Speck"/Orangerie

Ausstellung "Malen im Speck"/Bleichhäuschen

Anne Schreiber

Johannes Bittmann

Wanda Stolle

Stefanie Kabitzke

MALEN IM SPECK – DIESE FÜLLE MACHT MICH ARM

DIE AUSSTELLUNG ENDET AM SONNTAG, DEN 6. FEBRUAR UM 13 UHR!

 

Malerei und Wandobjekte von Johannes Bittmann, Stefanie Kabitzke, Anne Schreiber und Wanda Stolle

 

Vier junge Berliner Künstler zeigen eine Auswahl ihrer aktuellen Arbeiten in der Orangerie Schloss Rheda und in den Räumen der Werkstatt Bleichhäuschen. 

 

Ausstellungsdauer

09. Januar bis 06. Februar 2010

 

Orangerie Schloss Rheda

Steinweg / 33378 Rheda-Wiedenbrück / Telefon 05242 49811

Werkstatt Bleichhäuschen

Steinweg 4 / 33378 Rheda-Wiedenbrück / Telefon 05242 49811 / www.bleichhaeuschen.de

Öffnungszeiten

Mo – Fr 15:00 bis 17:00 Uhr / Sa 14:00 bis 17:00 Uhr / So 11:00 bis 17:00 Uhr

 

Die erste Orangerieausstellung der Werkstatt Bleichhäuschen in diesem Jahr zeigt drei junge Berliner Malerinnen und einen Maler, die ihre gemeinsame Basis im Studium bei Prof. Frank Badur an der Universität der Künste Berlin gehabt haben. Darüber hinaus ist ihr gemeinsamer Tenor die abstrakte Bildfindung, die durch ihren Professor unterstützt wurde.

„(...) Durch die Lehre Prof. Frank Badurs (...) wurde ich mit dem wichtigen Aspekt des Eigenwerts der Farbe und ihrer Interaktion auf rein formaler Ebene konfrontiert. (...)“ – Anne Schreiber

 

„Meine Bilder sind frei von abbildender Inhaltlichkeit und perspektivischer Räumlichkeit. Sie sind farbige rhythmische Strukturen, die in der Fläche gedacht sind. Somit sind sie selbständige Objekte der sinnlichen Wahrnehmung. Mein Ziel bei jedem Bild ist, zu einer intuitiven Ordnung zu gelangen, die im Auge des Betrachters auf subjektive Weise immer wieder neu gefunden werden will.“ Johannes Bittemann

 

Sven Nieder

Günter Derleth

caminobscura

Ein Pilgerprojekt von Günter Derleth und Sven Nieder / Fotografie

 

Ausstellung vom 5. Dezember 2010 bis zum 9. Januar 2011

 

Wiedenbrücker Schule Museum

Hoetger-Gasse 1

33378 Rheda-Wiedenbrück

Telefon 05242 93010

Öffnungszeiten

Mi, Sa, So  15:00 bis 17:00 Uhr

 

Wege verändern das Sehen. Wenn sie begangen werden, setzen die Wegeläufe einen Prozess in Gang, der im Menschen unweigerlich zu einer inneren wie äußeren Entschleunigung führt. Hierbei ist der kollektive Mechanismus so simpel wie einprägsam. Denn mit jedem Schritt wird der menschliche Blick langsamer. Er nimmt am Wegesrand erst das Wesentliche wahr und nimmt sich endlich einmal eine Zeit des Sehens. Eine Zeit, die ihm seine Physis gewährt.

 

Sicher mag man in dieser geerdeten Rezeptur der menschlichen Fortbewegung den Grund für die beispiellose Renaissance der Jakobswege finden. Hierbei liefern die spanischen caminos eine ideale Matrix zu einer vormals vergessenen Kultur des Gehens, die heute als geradezu spirituell erlebt wird. »Leben wie Zeit bildeten den Maßstab der Pilgerreise und dazu waren sie da,« schreibt der Soziologe Zygmunt Bauman. Auf den linearen Wegeläufen, die in Santiago de Compostella enden, werden die existentiellen Parameter von Zeit und Leben für Tausende wieder erkennbar.

 

Günter Derleth und Sven Nieder haben, ohne voneinander zu wissen, im Jahre 2003 den Camino Frances und den Camino Mozzarabe mit der Camera Obscura erkundet. Das archaische Instrument, das fast so alt ist wie die Folie der Pilgerwege selbst, gewährte ihnen jene Freiheit, auf visueller Ebene eine Entsprechung zur eigenen Seh- und Geherfahrung zu finden. Ihre Bilderkundungen zeugen denn auch eindrucksvoll von ebenso tiefem Ernst wie tiefer Gelassenheit. Beide Erfahrungen sind untrennbar mit dem Gehen verbunden. Denn Wege verändern das Sehen. 

 

Dr. Christoph Schaden